Osloweb

Wedding/Oslo - Berlins älteste LG

Über goldenen Dächern ....

Es war wieder mal soweit ....
Am 28.11.2008 trafen sich morgens im Berliner Hauptbahnhof die Mitglieder und Gäste der LG zur jährlichen Abschlussfahrt. Nachdem die reservierten Plätze verteilt waren, konnte die Reise beginnen. In den gut 4,5 Stunden Bahnfahrt von Berlin nach Prag beschäftigten sich die Teilnehmer in unterschiedlicher Weise. Einige holten Schlaf nach, andere unterhielten sich intensiv über verschiedene Themen. Die ganz Unentwegten aber bereiteten sich im Speisewagen auf die Bierstadt Prag intensiv vor.
Angekommen in Prag wurde erstmal der Orientierungssinn gefordert. Geldwechsel, Fahrscheine für den ÖPNV kaufen und dann die U-Bahnstation suchen. Nachdem dann der Eingang gefunden war, konnte das Abenteuer Prag beginnen. Rolltreppen in Turboqualität, die einem Gehbehinderten die Haare zu Berge stehen ließen. Endlich in der U-Bahn, konnte man die Servicequalitäten der Stationsansage genießen. Hat wohl keiner verstanden, was die nette Stimme so alles von sich gab. Die Fahrt selbst war dann eine Berg- und Talfahrt. Nach einmaligem Umsteigen und insgesamt drei weiteren Stationen war man dann fast am Ziel. Nun begann das erste Staunen. Jede Menge Zebrastreifen und davon auch welche mit Fußgängerampeln. Nach Drücken des Knopfes für den Überquerungswunsch warteten wir fast fünf Minuten, ehe das Männekin von Rot auf Grün wechselte. Das dauerte aber nicht lange. Schon nach fünf Sekunden war dann wieder Rot. Also flugs die Straße überquert. Endlich erreichten wir dann die Moldau und das darauf befindliche Botel Albatros. Zwanzig Männlein und Weiblein stürmten nun die Rezeption. Die Dame in schwarz war sichtlich überfordert und wurde mit jeder weiteren Frage unfreundlicher. Nach etwa zwanzig Minuten hatte dann jeder sein Zimmer. Diese waren zweckmäßig eingerichtet mit dem, was man für Übernachtung so alles braucht. Nachdem sich alle häuslich eingerichtet hatten, trafen sich alle dann an der Rezeption wieder, um die ersten Exkursionen wahrzunehmen. Alle ? Holger und Jens testeten lieber die Betten. So startete man die erste Exkursion Richtung Karlsbrücke. Da sie zurzeit rekonstruiert wird, konnte man die gesamte Schönheit dieses Bauwerkes nicht bewundern. Nachdem wir die Brücke endlich überquert hatten ( jede Menge Stände und noch mehr Touristen ), verspürten wir Hunger. Pragkenner Alexi führte uns dann sogleich in ein Prager Spezialitätenrestaurant. Dieses fand jedoch nicht für alle Reisenden Platz und so war es der Wunsch der Mehrheit, in das daneben gelegene Restaurant zu gehen, wo schließlich bei leerer Örtlichkeit alle einen Platz fanden. Die Speisekarte konnte man schon am Eingang in Augenschein nehmen. Noch besser war die Offerte, die auf einer Tafel ein Menue für 195 Kronen feil bot. Also rein in die Gaststätte. Überzeugt von der Prager Gastfreundschaft, wollten nun alle dieses preisgünstige Menue. Leider machte man die Rechnung ohne den Wirt. Das Menue ist bei so vielen Gästen nicht machbar und daher ausverkauft. Großes Staunen in der Runde. Nun ja, es gab ja noch andere preisgünstige Gerichte. Nun wurden die Getränke geordert. Diese kamen zügig. Die Bestellung für das Essen wurde dann auch schnell abgegeben und man wartete nun erwartungsvoll auf die schmackhaften Gerichte. Nachdem dann alle bedient wurden und alles verspeist war, ging es ans Bezahlen. Hier ging dann so manchem ein ganzes Kraftwerk auf. Die Preise stimmten nun hinten und vorne nicht. Der Wirt erklärte nun, dass alles seine Richtigkeit habe. Der Ketchup, der auf dem Tisch stand, ist extra. Das Salz ebenso. Diese bei uns üblichen Zugaben schlugen mit 40 Kronen zu buche. Auch die zwei Teelöffel Senf von Kalle. Als Sahnehäubchen noch zehn Prozent Bedienungsgeld. Ziemlich angesäuert verließ man dann diese klassische Touristenfalle Richtung Wenzelsplatz. Man bestaunte die vielen Geschäfte und auch die massigen Imbissbuden. Hier wurde auch sogleich das Prager Fastfood ausprobiert. Und das war gut. Preis und Leistung waren okay. An dem Nationalmuseum angekommen, wurde auf der berühmten Treppe ein Mannschaftsfoto gemacht. Von dort ging es dann Richtung Hotel. Auf dem Weg dorthin wurde noch Halt in einer Sportsbar gemacht. Typisches Prager Flair. Kaschemmenartig, aber gutes und preisgünstiges Bier. Erfrischt und aufgewärmt ging es endgültig ins Hotel. Auf dem Weg dorthin wurden wir aufmerksam auf eine rustikale Speisegaststätte. Von außen her verkündete sie schon mittelalterliches Flair. Also runter in den Keller und Platz nehmen. Pech! Alles voll. Es wurden dann aber sogleich 22 Plätze für den nächsten Abend reserviert, was wir dann auch nicht bereuen sollten. Angekommen im Hotel begaben wir uns dann nach einer kurzen Pause in die Hotelbar. Bei moderaten Preisen fand so manches Bier seinen Abnehmer.
Der zweite Tag unseres Pragaufenthaltes begann mit dem gemeinsamen Frühstück. Das war zwar nicht alle Welt , machte aber satt. So gestärkt, verließ die Meute das Schiff. Angesagt war nun eine ausgiebige Stadttour. Zu Fuß ging es dann auf die Prager Burg. Auch hier kam man an etlichen Gaststätten vorbei. Aufmerksam wurden hier auch die Preise beobachtet. Und ? Je näher man an die Burg kam, umso teurer wurde das Bier. Nach der Besichtigung der Burg ging es dann ins Botschaftsviertel. Hier wollte man sich die Deutsche Botschaft anschauen. Lothar meldete uns auch sogleich bei der Deutschen Vertretung an. Von dort aus ging es dann in die Innenstadt Richtung U Fleku. Diese Szenekneipe ist einfach ein Muss für jeden Pragbesucher. Neben 16% Bier fanden auch jede Menge Gläser mit Prager Hausmedizin ( Becherovka ) seine Abnehmer.. Zwischenzeitlich war dann Reiseveranstalter Karl mit dem Rest der Mannschaft angekommen. Fußball war dann auch angesagt. Robby W. hatte beschlossen, sich ein Spiel der Prager Spitzenklubs anzuschauen. Für 50 Kronen Eintritt und 500 Kronen Spende an den gastgebenden Fanblock genossen diese ein schönes Ligaspiel. Pünktlich zur Sportschau trafen sich dann alle wieder im Hotel. Nach der Sportschau ging es dann zügig in die Gaststätte U Sadlu, wo wir am Vortag Plätze geordert hatten. Hier kamen wir wieder nicht aus dem Staunen raus. Riesenhafte Portionen, die auch schmeckten und Bier zu günstigen Preisen. Alles ohne irgendeinen Zuschlag. Bernhard beschwerte sich dann zu fortgeschrittener Stunde bei Karl über den Reiseverlauf der Hinfahrt. Er hatte wohl nicht seinen reservierten Fensterplatz bekommen, forderte nun, dass Günni diese Platzgebühr bezahlen solle. Kein Problem. Bernhard bekommt bei der nächsten Fahrt seinen Platz vorne auf der Lok. Freie Sicht für freie Bürger. Gegen Mitternacht fanden wir dann den Weg ins Hotel zurück. Der Tag der Rückreise war nun angebrochen. Nach Frühstück und Koffer packen ging es dann nochmals in die Innenstadt auf einen Weihnachtsmarkt. Neben Glühwein und Bier wurden an den zahlreichen Ständen noch Prager Spezialitäten ausprobiert. Auf dem Rückweg zum Hotel legten wir noch einen Zwischenstopp in unserer Sportsbar ein, ehe es dann zum Bahnhof ging. Hier wurden noch die letzten Kronen in Bier umgesetzt. Auf dem Bahnsteig stehend, vernahmen wir dann die Lautsprecheransage. Bitte alle vom Bahnsteig zurücktreten. Bernhard als Erster den Zug betreten und sofort den reservierten Fensterplatz einnehmen. Gröl. Innerhalb von gut 90 Minuten vertilgten wir dann fast 70 Dosen Bier, um dann den Rest der Fahrt den Speisewagen zu besetzen. Nach gut viereinhalb Stunden Fahrt mit Raucherpause in Dresden trafen wir dann wieder in Berlin ein. Wieder mal eine gelungene Fahrt unserer LG. Mal sehen, wo uns die Reise im nächsten Jahr hinführen wird.