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Kultur pur ....

Erlebnisbericht über den Adventsausflug nach Dresden am 09.12.2006 :
Pünktlich um 8:35 Uhr fuhr der EC 171 nach Budapest aus dem Bahnhof Berlin- Gesundbrunnen aus. Günter, seine Frau und ich waren nun damit beschäftigt, die wenigen nicht reservierten Plätze in der ersten Klasse mit Jacken und anderem Zeug zu besetzen, um auch unseren später zusteigenden Kollegen einen Sitzplatz zur Verfügung stellen zu können. Aber schon im Hauptbahnhof wurde der Zug rappelvoll, aber Günter konnte, in bestem Englisch, zwei ungarische Menschenhändler davon überzeugen, dass wir drei Anrecht auf zehn weitere Sitzplatze hätten. Als am Südkreuz nun auch Molli, Holger, Bernhard, Lotto, Karl mit Frau und Kind sowie unser spezieller Gast Lothar mit Sohn und dessen Freundin ihren Platz ohne Prügelei einnehmen konnten, begann unsere Reise richtig. Außer der Andeutung der Schaffnerin, dass sie vor Fahrtantritt in sexuellem Kontakt zum Lokführer stand, was Molli gerne glauben wollte, verlief die Hinfahrt aufgrund unserer Müdigkeit recht ereignislos. Kaum in Dresden angekommen, wurden wir von einigen Bundespolizisten, welche uns als Schiedsrichter identifizierten, als „Hoyzers“ bezeichnet, welch nette Begrüßung. Lotto und ich mussten daraufhin von den anderen davon abgehalten werden, Sachen zu tun, welche mit Freiheitsstrafen von nicht unter drei Jahren bestraft werden. Nach einem schnellen Frühstück im Bahnhof enterten wir die Prager Straße, irgendjemand fand, nach einem kurzen Blick auf die Uhr, dass es aber höchste Zeit für den ersten Glühwein wäre. Zehn Uhr dreißig ? Müsste passen. Sogleich orderten wir die erste Runde. Den kurzen Weg in die Altstadt versüßte uns Lothar mit ein paar Anekdoten, was er eigentlich den ganzen Tag machte. Das komische Gefühl, welches mich schon durch den vollen Zug beschlich, bekräftigte sich beim Anblick der Schlange vor dem Grünen Gewölbe. Wir waren wohl doch nicht die einzigen, die es für einen guten Einfall hielten, am zweiten Adventswochenende einen Ausflug nach Elbflorenz zu unternehmen. Am Zwinger vorbei führte unser Weg direkt vor die Semperoper und dort in eine lange Schlange. Mollis straff organisierter Zeitplan sah nun eine Führung durch die Semperoper vor. Da meine Wenigkeit allerdings von langem Anstehen nicht so viel hält, stellte ich kurzerhand die Arbeitsgruppe „Kneipentour“ zusammen. Während die anderen die Architektur von Baumeister Gottfried Semper bewunderten, widmeten Lotto, Bernhard, Holger und ich uns der Radeberger Braukunst im Cafe an der Frauenkirche. Auf dem Weg dorthin wurden wir Zeuge des traditionellen Stollenanschnitts. Gegen viertel nach zwölf trafen beide Gruppen wieder zusammen und wir machten uns auf den Weg zur Frauenkirche. Da die Schlange aber ungefähr bis Zwickau reichte, entschieden wir uns dafür, erst einmal unsere leeren Mägen zu füllen. In einer versteckten Ecke fanden wir ein, für Dresden typisches, China-Restaurant. Hier labten wir uns an der wirklich leckeren Ente kross. Als alle wieder gestärkt waren, starteten wir einen neuen Versuch bei der Frauenkirche. Und siehe da, die Schlange war keine hundert Meter mehr lang, und bewegte sich auch recht zügig, so dass wir nach fünfminütigen Anstehen inneren der Kirche standen. Wunderschön. Gegen 16:30 Uhr begann dann unser Hauptprogramm des Tages, das Strizeln auf dem 572. Dresdener Strizelmarkt. Nach kurzem, aber heftigem Kampf konnten wir einen der begehrten Stehtische vor einer Glühweinbude ergattern. Hier konnten wir in aller Ruhe mehrere Glühwein vertilgen und Lothars Geschichten lauschen. Da durch den ständig prasselnden Regen nun doch ein wenig die Kälte in die Glieder schlich, entschieden wir uns, ein paar Schritte zu laufen und uns am Weihnachtsmarkt in der Prager Straße, wo wir unseren Ausflug ja auch mehr oder weniger begannen, niederzulassen. Auch hier wurde wieder reichlich Glühwein und Kakao, teilweise auch mit Schuss, gereicht. Gegen 18:30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof, um auch hier noch ein Frisches vom Fass zu uns zu nehmen und uns ein wenig aufzuwärmen. Auf dem Bahnsteig angekommen, machten wir dann doch noch eine nette Bekanntschaft mit der Bundespolizei, welche bereit war, das bestehende Rauchverbot für uns ein wenig zu lockern. Wie durch ein Wunder konnte auch auf der Rückfahrt jeder von uns einen Sitzplatz ergattern. Aufgrund der beengenden Zustände in der ersten Klasse wollte ich mir nun ein Bild von denen in der Holzklasse machen, dort angekommen musste ich allerdings feststellen, dass es hier fast leere und recht bequeme Abteile gab. Dank unserer Freunde Hasseröder und Beck`s Green Lemon verlief die Rückfahrt recht spaßig und ging viel zu schnell vorbei. Als die meisten Südkreuz ausstiegen, war ein wenig Wehmut, aber auch schon Vorfreude auf unseren nächsten Ausflug zu spüren, nur Mollis Augen sagten ganz klar PQ.

Fotos unseres Ausfluges ....